Zielgruppe:

Bachelor Angewandte Informatik, Bachelor Angewandte Kognitions- und Medienwissenschaften

Kontakt:

Sven Manske, manske@collide.info, 0203/379-4178, LF115

Tilman Göhnert, goehnert@collide.info, 0203/379-1447, LF126

Termin:

Dienstags, 10 bis 16 Uhr

Raum: 

LF 120

KickOff-Meeting: Dienstag den 14.10. um 10 Uhr im Raum LF120

Beschreibung:

Personal Learning Environments (kurz PLE) sind Plattformen, in denen ein Lernender seine virtuelle Lern- und Arbeitsumgebung individuell gestaltet. Dies kommt der Metapher einer nicht-virtuellen Lernumgebung, bestehend aus Schreibtisch, Büchern und Utensilien nahe. Im Gegensatz zu traditionellen computergestützten Lernumgebungen wird PLEs ein höherer pädagogischer und technischer Mehrwert zugesprochen, was insbesondere durch die Integration von Web 2.0 Technologien und einer damit einhergehenden personenzentrierteren Nutzung erreicht wird. Im Zentrum steht der Lernende, während das PLE diesem sowohl die Vernetzung mit Communities als auch mit Informationen ermöglicht, sodass dieser soziale Kontext eine Schnittstelle für Wissensaustausch und kollaborative Wissensbildung darstellt.

Neben den Aktivitäten, die ein Lernender innerhalb von Lernplattformen durchführt, sind viele andere Handlungen am Lernprozess beteiligt. In klassischen Plattformen, wie z.B. in Moodle, wird nur die „Spitze des Eisberges“ in Bezug auf diese Aktivitäten erfasst. Ein Großteil des Lernens findet dabei außerhalb des Systems statt. Insbesondere in selbstgesteuerten Lernformen sind metakognitive Fähigkeiten, beispielsweise die Fähigkeit der Reflexion über das Gelernte, sehr wichtig. Dies beginnt mit dem Externalisieren von Lernabsichten in Form einer Lernagenda, kann mit einem Lerntagebuch den Prozess begleiten und schließt mit einer Reflexion über Lerninhalte und Gelerntes ab. Neben dieser „Draufsicht“ auf den Lernprozess ist ein wichtiger Aspekt das durch den Lernenden erzeugte Wissensobjekt. Eine Möglichkeit der Dokumentation und Strukturierung von Ergebnissen stellen E-Portfolios dar. Diese digitalen Sammelmappen geben einerseits als Lerntagebuch einen guten Einblick in den Lernprozess, können aber andererseits der Präsentation, Außendarstellung und dem Wissensaustausch dienen.

Im letzten Semester hat das Praxisprojekt „POODLE“ das Open Source Learning Management Systems (LMS) Moodle um Komponenten erweitert, die es Lernenden ermöglichen, sich auf Basis bestehender Features von Moodle und unter Einbeziehung “klassischer” Elemente von Moodle-Kursen und der Integration des Meet2Learn Systems einen Personal Learning Space (PLS) zu erstellen. Ziel dieses Praxisprojektes ist die Anreicherung dieses Systems um weitere Komponenten zur Unterstützung der Selbstregulation beim Lernen. Eine Lernagenda soll helfen, die Lernabsichten und Lernziele zu verbalisieren und externalisieren. Dies ermöglicht die Kontrolle der Zielerreichung und unterstützt bei der Reflexion über Lerninhalte, wenn dies mit einem abschließendem „Self-Reporting“ über das Gelernte ineinander spielt. Dieser Bericht präsentiert dem Lernenden die Ergebnisse in Form eines personalisierten Dashboards. Ein Lerntagebuch in Form von E-Portfolios soll zur Dokumentation des Lernprozesses und zur Strukturierung der Ergebnisse bereitgestellt werden. Es ergibt sich ein System für „Lernportfolios“, das den gesamten selbstregulierten Lernprozess unterstützt, strukturiert und dokumentiert.

Dabei soll so weit möglich das Plugin-Konzept von Moodle ausgenutzt werden, sowohl im Sinne der Verwendung bestehender Plugins als auch bei der Entwicklung zusätzlicher Funktionalitäten, um die Wiederverwendbarkeit der Ergebnisse sicher zu stellen.

Das Projekt umfasst die Einarbeitung in das Thema PLEs, das Thema E-Portfolios und in das Thema LMS am Beispiel von Moodle sowohl auf konzeptioneller als auch technischer Ebene. Dabei sollen zunächst typische Merkmale und Anforderungen an E-Portfolios identifiziert werden. Darauf basierend soll untersucht werden, in wie weit bereits vorhandene E-Portfolio-Systeme als Erweiterungen für Moodle bereitgestellt werden. Auf dieser Basis sollen bestehende, sowie neu zu implementierende Konzepte von den Teilnehmern zu einer vollständigen PLE Plattform mit E-Portfolio-System und Unterstützung von Selbstregulation ausgestaltet werden. Komponenten für das Self-Reporting des Lernenden („Dashboard“) und zur Erfassung von Lernzielen und –Absichten sollen bereitgestellt oder entwickelt werden. Weiterhin ist eine Einarbeitung in die (mobile) Web-Entwicklung (HTML, JavaScript, CSS, PHP) und in nötige Werkzeuge zur Projektarbeit (z.B. Versionskontrollsystem) notwendig. Die Funktionalität des Lernportfolios soll durch Nutzertests überprüft werden.

Das Projekt beginnt mit einer kurzen Seminarphase, in welcher alle Teilnehmer einen Vortrag zu dem von ihnen erarbeiteten Grundlagen-Thema halten und diesen in einer kurzen Ausarbeitung dokumentieren. Im weiteren Projektverlauf steht vor allem die Arbeit in Kleingruppen im Fokus, zur Koordination gibt es ein wöchentliches Plenum, in welchem auch die Betreuer anwesend sind. Während der Projektlaufzeit wird die Projektgruppe den Stand der Arbeit zweimal vorstellen (Konzept und Produkt). Problematik, Grundlagen, Konzept, Umsetzung und Evaluation des Projekts werden zudem in einem Endbericht festgehalten.